[MAMAS SEITE DER GESCHICHTE] Meine Erfahrung in der Isolation

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Es ist schwer genug, im Haus abgesperrt zu sein. Aber abgesperrt mit zwei Zwergen... eine echte Herausforderung! Darüber haben wir mit Anna Havel gesprochen - die bekannter als Influencerin @mummy_can_do_it und stolze Mama von Laurin und Lotta ist.

Wie ist es zu Hause mit zwei Kids zu sein, macht sie sich Sorgen um ihren Job in der Filmbranche und welche Lektion hat sie daraus gelernt, könnt ihr in der Fortsetzung lesen.

1. Wie lange bist du schon zu Hause und was hat sich alles geändert?

Wir sind seit dem 16. März daheim, befinden uns also in Woche 7! Wir musste unsere London-Reise zu 2., die genau an dem Wochenende vor dem Shut-Down in Österreich stattgefunden hätte, am Tag vor der Abreise absagen, und hätten uns nie gedacht, dass alles so schnell gehen würde & solche Ausmaße annehmen würde. Wir mussten uns erst als Team zu 4. einspielen, und uns in der neuen Situation, dass wir alle gemeinsame zu jeder Tageszeit in unserer Wohnung «festsitzen» gewöhnen. Wir sind es überhaupt nicht gewohnt keinen Besuch zu bekommen oder niemanden zu treffen. Normalerweise sind wir ständig unterwegs und unternehmen etwas. Da ich noch in Karenz bin, habe ich das Privileg, mich nur auf die Kinder und den Haushalt zu konzentrieren, auch mein Mann musste erst wieder in Woche 6 zurück ins Büro. Trotzdem wurden wir, wie alle, aus unsrem uns bekannten Alltag herausgerissen & mussten schauen uns nicht ständig auf die Füße zu treten.

2. Wie fühlst du dich in der Isolation und wie gehst du mit Stress um?

Ich muss ehrlich sein, in Woche 2 hatte ich einen ziemlichen «Durchhänger». Mir ist alles auf die Nerven gegangen, die Tage haben sich unendlich lang angefühlt. Wir konnten uns nicht mehr sehen, und haben auch die Motivation von Woche eins verloren. Wir haben uns nicht wirklich organisiert und deswegen war alles dreimal so anstrengend. Daher war klar: wir brauchen einen Plan, einen strikteren Ablauf für unseren Alltag. Da habe ich mich am Kindergartenalltag orientiert. Also habe ich eine Art Wochenplan erstellt – und jeden Tag, mit Symbolen dargestellt, damit auch die Kinder wissen, was wir jetzt machen, und was als Nächstes auf sie zukommen wird. Das hat unheimlich geholfen und die Tage vergingen wieder schneller. Ich habe so auch versucht, uns als Eltern Freiräume zu schaffen. Während ich gebastelt habe, konnte Papa trainieren, oder die Zeit anders nutzen und umgekehrt. Das hat zeitweise funktioniert. Ich habe mir dann meinen Freiraum genommen, wenn alle 3 Mittagsschlaf gehalten haben. Da habe ich mit Kopfhörern das Haus für 1,5h verlassen und bin einfach eine Runde durch die Stadt spaziert – quasi Musik an, Welt aus. Das hat wahnsinnig gutgetan & mir wieder Kraft für den Nachmittag gegeben!

3. Wie hat sich die Isolation auf die Verhältnisse mit deinen Hausbewohnern ausgewirkt?

Am Anfang fanden wir es super. So eine spontane extra Familienzeit, haben alle sehr genossen. Dann gab es auch Wochen, wo wir uns etwas Abwechslung gewünscht hätten, wo selbst eine 120 qm Wohnung zu klein ist, um sich aus dem Weg zu gehen, wo wir einfach auch mal Abstand gebraucht hätten. Die Kinder, waren froh, dass sie sich plötzlich mehr sehen. Lotta weint oft ihrem Bruder nach, wenn er vormittags im Kindergarten ist, und war unendlich glücklich ihn jetzt immer um sich zu haben. Das ist natürlich ein ständiges auf und ab, im Laufe des Tages – so eine kleine Schwester stört auch manchmal das Spiel, und umgekehrt ist es genauso. Richtige Geschwister eben. Trotzdem finde ich, dass wir das super gemeistert haben und uns auch jetzt noch zu schätzen wissen und mit niemandem lieber in Quarantäne gewesen wären. Ich würde sagen, wenn eine Beziehung eine Quarantäne aushält, dann weiß man ,dass man (hoffentlich) im September heiraten kann. Dann übersteht eine Beziehung alles!

4. Wie verbringt ihr die gemeinsame Zeit?

Wir haben viel Quality-Time genossen & ich habe versucht, mich viel auf die Kinder und ihr Tempo einzulassen. Laurin hat Fahrrad fahren gelernt, und Spaziergänge durch eine menschenleere Stadt unternommen. Wir haben mit Verwandten videotelefoniert und alle Puzzle und Spiele gespielt, die wir besitzen. Wir lesen mehr denn je, wir haben unser ganzes Bücherregal rauf und runtergelesen. Wir haben Bastelprojekte gestartet, die wir schon lange vorhatten, und haben irgendwie unser Leben etwas entschleunigt und etliche Kuchen gebacken. Die Kinder haben mir bei allem helfen dürfen, wenn sie das wollten. Wir haben etliche Streiterein geschlichtet und die Kinder sind teilweise in der Geschwisterbeziehung über sich hinausgewachsen.

5. Macht euch du und dein Mann Sorgen um die Zukunft?

Wir sind zwiegespalten. Wir arbeiten beide in der Filmbranche, die momentan einfach stillsteht. Das ist natürlich etwas beängstigend, wir sind ja auch für 2 Kinder verantwortlich, aber wir versuchen dem Ganzen nicht zu viel Macht zu geben und wissen, dass es vielen anderen auch so geht. Meine Elternzeit endet im Herbst und durch die große Arbeitslosigkeit ist es nicht einfacher, sich Gedanken über die Zeit danach zu machen, da ich nicht die einzige auf Jobsuche sein werde. Aber wir haben uns, und eine Familie im Hintergrund, und wir sind der Meinung, dass sich immer irgendwo eine Tür öffnet, auch nach dieser außergewöhnlichen Zeit. Es ist momentan alles anders als geplant, aber wir schauen der Zukunft positiv entgegen.

6. Was werdet ihr als Erstes nach der Isolation machen?

Wir werden unsere Familie und engsten Freunde endlich wieder treffen und lange in den Arm nehmen. Die Kinder vermissen vor allem ihre gleichaltrigen Cousinen – da wird schon lange auf ein Wiedersehen hingefiebert.

7. Welche ist die wichtigste Lektion, die du aus dieser Situation herausholen kannst?

Dass wir nicht auf alles Einfluss haben und manchmal Dinge einfach nehmen müssen wie sie kommen und das Beste daraus machen! Manche Dinge stehen schlichtweg nicht in unserer Macht und wir müssen zusammenhalten, um gemeinsam so schnell wie möglich aus dieser unangenehmen Situation zu kommen. (Was nicht bedeutet, dass wir nicht Dinge kritisch hinterfragen dürfen & selbst entscheiden was für uns das Beste ist!)

Vielleicht sind wir immer noch alles im Haus abgesperrt, aber das bedeutet nicht, dass alle Reisen eingestellt sind. Die in Büchern laufen nach Plan ab. Schicke deshalb deine zwei Kinder in das personalisierte Abenteuer – warm, fabelhaft und nur ihr eigenes – und der Spaß wird STUNDEN dauern.

Destination? Vogel-Eldorado.

Passierschein? Ist nicht nötig.

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